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GEDICHTE & CD

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2007 legte Lydia Daher ein überraschendes Debütalbum vor - jetzt zeigt sie in ihrem Lyrikband plus CD, wie schön Gedichte klingen können.

PRINZ: "Ich bin schnell genervt, da muss man aufpassen", steht auf deiner Website. Wie unterscheidet sich deine Lyrik von deinen Songs?

Daher: Vor allem in der Herangehensweise und der Perspektive. Während ich bei der Lyrik so nah es geht an ein Thema heranzukommen versuche, bin ich, wenn ich einen Songtext schreibe, eher eine Beobachterin aus der Halbdistanz. Dieser Abstand macht die Dinge leichter. Man könnte es so beschreiben: Gedichte schreiben ist aufräumen, Lieder schreiben durchs Chaos tanzen.

PRINZ: "Böse Menschen haben keine Lieder" heißt es in einem deiner Songs. Wie steht's mit Lyrik?

Daher: Alle Kunst muss übertreiben, um eine gewisse Wirkung zu erzielen. Nicht jeder, der sich nicht für Lyrik interessiert, ist prinzipiell böse. Und der Umkehrschluss, dass alle Lyriker gute Menschen sind, stimmt auch nicht. Das haben meine Feldstudien erwiesen.

PRINZ: Haben Gedichte einen schweren Stand bei uns?

Daher: Ja. Leider. Daran werden selbst hippe Literaturformate nichts ändern. Ich glaube nicht, dass die Zuschauer nach einem unterhaltsamen Abend in die Buchhandlung rennen und nach Gedichtbänden fragen. Andererseits kaufen sich Leute, die auf meinem Konzert waren, auch gern mein Buch.

PRINZ: In Literatur-Workshops möchtest du Mut für die eigene Sprache machen. Wie hast du deine eigene Sprache gefunden?

Daher: Die Suche nach dem richtigen Ton eines Gedichts beginnt jedes Mal von vorne. Wichtig ist der Klang - über ihn kann man Stimmungen transportieren. Gern arbeite ich auch mit Wortspielen und -verdrehungen. Ich versuche einen bestimmten Augenblick poetisch festzuhalten.


Lydia Daher, Voland & Quist, Buch plus CD, 13 Euro
 
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