Menschen und Sensationen
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Grüne Revolution in der Olympiastadt

Die Weltretter von Vancouver

In Kanada übernimmt eine neue Generation von Umweltschützern das Ruder, die das Land nachhaltig verändert. Zusammen mit dem deutschen Ökoaktivisten Benjamin Adrion haben wir sie besucht.

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Umgeben vom Wasser des Pazifischen Ozeans, eingezäunt von den Rocky Mountains: In Vancouver ist die Natur überall gegenwärtig ...


Der Blick auf das Wasser und die Skyline ist atemberaubend. Die Abendsonne taucht die Stadt in ein surreales Licht, ganz in der Ferne beginnen die schneebedeckten Gipfel der Coast Mountains orange zu leuchten. Wir sitzen mit Benjamin Adrion und den beiden kanadischen Umweltaktivisten Mark Mattson und Krystyn Tully im "Lift", einem der angesagtesten Restaurants von Vancouver direkt am Pier, und können angesichts der großartigen Kulisse gar nicht glauben, was wir gerade zu hören bekommen. Die Umwelt, sagt Mattson, sei in Kanada alles andere als intakt. "Wir greifen unserer Regierung deshalb ein wenig unter die Arme - die ist uns sogar dankbar, weil wir schon viel erreicht haben", fasst er das Engagement zusammen. Er ist Geschäftsführer und einer von zahlreichen ehrenamtlichen Rechtsanwälten bei den Waterkeepern. Endlich haben es Mattson, seine Vize-Präsidentin Tully und Benjamin Adrion, Gründer der Hamburger Trinkwasserinitiative Viva con Agua de Sankt Pauli, geschafft, einen gemeinsamen Termin zu finden. An diesem Abend wollen sie ein geplantes Gewässerschutzprojekt anschieben. Die Tischrunde im "Lift" ist ein kleines Gipfeltreffen der Weltretter.

Die neuen Umweltschützer sehen aus wie Rockstars

Zur Waterkeeper Alliance gehören mittlerweile an die 200 Initiativen, die für die Rechte der Menschen auf sauberes Trinkwasser kämpfen. Aus dem 1999 von Robert F. Kennedy Jr. gegründeten Kern ist mittlerweile eine globale Vereinigung mit prominenten Unterstützern wie Benicio del Toro, Jack Johnson oder Gloria Reuben ("Emergency Room") geworden, - eine der am schnellsten wachsenden Organisationen weltweit. Und auch die wöchentliche Radioshow von Mattson und Tully, ihr gemeinsamer Podcast, ihre spannenden Blogs, Twitter und Co erreichen immer mehr Helfer. Ihre Konzertreihe "Swim Drink Fish Music" wird von allen kanadischen Musikgrößen unterstützt. Tatsächlich sind die Zielgruppen derer, die sich für die Waterkeeper als Freiwillige melden oder zu den Konzerten pilgern, erstaunlich identisch. Diese Generation erzielt die ersten Erfolge bei der Erziehung ihrer bequemen Eltern. Die kanadischen Grünen, die bis zur Jahrtausendwende bei Nullkommairgendwas herumkrebsten, kommen mittlerweile bei Wahlen auf knapp zehn Prozent, und der Umweltschutz wird massentauglicher in einem Land, dessen Bewohner bislang andere Hobbys hatten als über Benzinsparen oder Biolebensmittel nachzudenken.

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