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Spätestens wenn man auf Reisen durch die Republik als Düsseldorfer geoutet wird, merkt man: Die Stadt polarisiert. Labels wie "Der Schreibtisch des Ruhrgebietes" oder "Schnöseldorf" sind da ganz schnell vergeben, gerne fällt auch der Ausdruck von der "Längsten Theke der Welt". Alles nicht falsch, aber wie so viele Überspitzungen, nur ein Ausschnitt aus der Realität.
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Natürlich ist die Landeshauptstadt von NRW als Verwaltungsmetropole immer noch Sitz vieler Industriekonzerne. Große dunkle Limousinen mit diskreten Fahrern am Steuer und Vorständen im maßgeschneiderten Zwirn auf Ledersitzen im Fond sind keine Seltenheit im Stadtbild. Zur Freude der Verwaltung: Düsseldorf gehört zu den wenigen schuldenfreien Städten in Deutschland.
Aber das ist nicht alles. Insbesondere der Dienstleistungssektor hat in den letzten Jahrzehnten mächtig zugelegt: Berater aller Art, aber gerade die Werbebranche residiert in Düsseldorf. Ob Grey, Ogilvy & Mather oder BBDO - die großen Agenturen beschäftigen hier deutlich mehr Mitarbeiter als in Hamburg oder Frankfurt. Auch der Bankensektor ist stark vertreten - Rang zwei nach Frankfurt.
Bei soviel Kapital in der Stadt sollte eines nicht weit sein, Kultur. Ja, die gibt es, und es ist insbesondere die bildende Kunst. Düsseldorf weist vor: Eine der renommiertesten Kunstakademien weltweit, mit dem Malkasten einen der ältesten Kunstvereine Deutschlands, eine massive Galeriendichte und mit K 20, Kunstverein, Museum Kunst Palast und NRW Forum gleich fünf hochkarätige Ausstellungshäuser. Kunst gehört zu Düsseldorf wie Fett und Filz zu Joseph Beuys.
Eine weitere Eigenheit der Stadt ist die hohe Anzahl von Asiaten im Stadtbild. Das ist über die Jahre so gewachsen: Allein 450 japanische Firmen gibt es im Stadtgebiet, über 7000 Nippon-Bürger, aber auch eine starke koreanische Community. Momentan buhlt die Verwaltung um chinesische Unternehmen - die Stadt hat sogar extra einen Chinesen eingestellt, der interessierte Firmen bei der Ansiedelung unterstützt.
Wer jetzt den Eindruck hat, hier werde eigentlich nur gearbeitet, liegt falsch. Das Feiern liegt den Rheinländern im Blut, das zeigt schon der alljährliche Karneval. Dennoch ist Düsseldorf keine Stadt, die von Studenten und Freigeistern geprägt wird, mit Rund-um-die-Uhr-Party-Locations oder Drei-Tage-Wach-Exzessen à la Berlin. Düsseldorfer genießen ihre Freizeit in dem Bewusstsein, dass die nächste Powerpoint-Präsentation naht. Dazu gehört auch, dass man das hart verdiente Geld, in der Freizeit gerne und guten Gewissens ausgiebt - die Stadt ist flüssig.
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Faszinierende Fotos aus der Stadt am Rhein Düsseldorf hat einiges zu bieten. In der Stadt mit der längsten Theke der Welt muss man sich einfach wohlfühlen.




