Wo bitte geht`s nach Belgien? Belgisches Viertel
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Belgisches Viertel

Ein Kölner Stadtteil voller Kreativität und Nachtleben: Wo bitte geht's nach Belgien?


Die geografische Definition des Belgischen Viertels ist nicht so einfach - selbst die Stadt Köln operiert mit unterschiedlichen Grenzen. Dessen ungeachtet: Zwischen Westbahnhof und Lindenstraße, Grüngürtel und Ring brummt das Leben

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PETER MILLOWITSCH und INGE NERHAUPT sind seit 32 Jahren ein Team. Die Sekretärin und gute Seele des Millowitsch-Theaters kümmerte sich schon um die Belange von Vater Willy


Gehobenes Wohnviertel, Treffpunkt für Kreative und Künstler, Ballungsraum für Agenturen und Medienmacher, Szene- und Gastromeile: das Belgische ist eines der lebendigsten Viertel der Stadt. Sein Gesicht verändert sich allerdings ständig.Aktuelles Beispiel: Bis vor drei paar Jahren dominierte Autoverkehr die Aachener Straße. Auf Initiative von Anwohnern wurde die Politik aktiv und entschied bereits 1997, den Abschnitt zwischen Brabanter und Moltkestraße neu zu profilieren. Acht Jahre, etliche Gutachten und Gestaltungsvorschläge später, war der nördliche Bürgersteig verbreitert, neu bepflanzt, eine komplette Fahrbahn verschwunden. Durch die vergrößerten Außenflächen von Buy Buy, Theater im Bauturm, Lauschgift und Gonzales & Gonzales entstand auf rund 200 Metern Länge eine Open-air-Area, die es so bis dato in der Innenstadt nicht gab.

Die Neuzugänge Metzgerei & Salon Schmitz, eine Mischung aus Café, Imbiss, Bar und Lounge, verleiht dem ganzen Geschehen zudem Hamburger Schanzenflair. "Unser Konzept stand schon vor der Umgestaltung, auch für den Außenbereich. Dass der nun größer ist als anfangs gedacht, kommt uns natürlich sehr entgegen", sagt Betreiber Dirk Mecky. Derweil schielen Bar Tabac, Café Storch oder Vesuvio neidisch auf die gegenüberliegende Sonnenseite, doch auch sie profitieren vom allgemeinen Publikumszuwachs der Aachener Straße. Einer, der diese Veränderungen weniger mit beruflichem als mit persönlichem Interesse beobachtet, ist der Chef einer traditionsreichen kölschen Institution, Peter Millowitsch. Sein Theater erfreut sich ungebrochener Beliebtheit bei Touristen und Kölnern, egal wie schmal oder breit der Bürgersteig ist. "Seit ich denken kann, ist das Theater und damit die Aachener Straße Bestandteil meines Lebens. Was sich in den letzten Jahren hier entwickelt hat, ist wirklich toll", schwärmt er. Dass das Viertel lebendig bleibt, stellen außer den Besuchern vor allem die Bewohner sicher - was mit der hiesigen Altersstruktur zur tun hat. Über die Hälfte der 7 263 Einwohner des Belgischen Viertels (Stand: 31.12.2006) sind zwischen 25 und 45 Jahre alt. Sie sind es auch, die sich Treffpunkte unabhängig vom gastronomischen Angebot erschließen: Seit einiger Zeit wird der Brüsseler Platz an regenfreien Abenden regelmäßig zur Biergartenalternative - die Kioske ringsum haben nichts dagegen.

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